Das Öl-Wunder

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öl

Als vor vielen, vielen Jahren,
die bösen Feinde gekommen waren,
über unsere Familien gebracht viel Leid,
und hatten – oh weh, unsern Tempel entweiht.

Als die tapferen Makkabäer Leut’,
sie vertrieben voller Freud’,
da wollte man die heilige Lampe wieder entzünden,
doch wie man auch suchte man konnte nichts finden.

Bis endlich nach geraumer Zeit,
reines Öl für die heilige Flamme geweiht,
in einem Winkel ganz versteckt,
ein volles Kännlein wurde entdeckt.

Rasch ließ man nun die Menora entflammen,
und als andern Tags die Gläubigen kamen,
da trauten sie ihren Augen nicht,
noch immer strahlte hell das Licht,
und leuchtete so acht Tage fort,
bis neues Öl war an Stelle und Ort,

Zur Erinnerung an dieses Wunder-Geschehen,
könnt ihr jedes Jahr nun sehen,
wie in jedem jüdischen Haus,
Chanukka-Lampen ihr Licht strahlen aus.

Acht Tage leuchten sie und funkeln hell,
wie einst im Tempel das heilige Öl.
Und so wie dort das Wunder vollbracht,
das ein Kännchen Öl die Flamme entfacht,
und konnte acht Tage lang brennen,
so wollen auch wir es ein Wunder nennen,
das jüdische Volk stets verfolgt und verkannt,
verfemt ohne Heimat und ohne Land,
umgeben von unzähligen Gefahren,
es dennoch lebt seit Tausenden von Jahren,
man kann es nicht verlöschen und vernichten,
man kann wohl Schlechtes von ihm erdichten,
man kann ihm zürnen, man kann es hassen,
ABER, man muss es schließlich leben lassen.

Und wie dieser Kerzen helle Schein,
leuchtet ins Dunkle der Zeit hinein,
leuchtet es uns als ein Symbol,
in unsere jüdische Herzen wohl,
G’tt lies die kleine Flammen nicht verweh’n,
ER lässt auch sein Volk nicht untergehn.

(Rav Grünfeld: dieses Gedicht wurden vom meinem unvergesslichen Grossvater und Lehrer Herr Baruch Grünfeld sl. verfasst und von seinen Schülern in Zürich bei einer Chanukafeier ca. 1945-50 vorgetragen)

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